Das Problem mit den KI-Texten
KI-Tools können Texte in Sekunden für Websites, Blogartikel, LinkedIn-Posts oder sogar ganze Whitepaper in Sekunden erstellen. Klingt genial, oder?
Sollte man meinen. Aber so wie mir ist sicher auch dir bereits etwas aufgefallen: Egal an welchen Texten ich arbeite, wenn ich KI nutze, erkenne ich die typischen Muster sofort. Gedankenstriche, Floskeln wie „nicht nur … sondern auch“, inflationär verwendete Begriffe wie „maßgeschneidert“ (please no…) oder ein Sprachfluss, der zwar korrekt, aber zu glatt wirkt. Genau an diesem Punkt verlieren die Texte das, was sie eigentlich transportieren sollen: Persönlichkeit. Ich bin gelangweilt von austauschbaren KI Texte und von Gedankenstrichen…dabei habe ich diese vor dem KI-Zeitalter echt super gerne benutzt.
In diesem How-to zeige ich dir deshalb Schritt für Schritt, wie ich aktuell KI für meine Texte so konfiguriere und nutze, damit sie authentischer und mehr nach mir klingen. Denn suprise: Das ist durchaus möglich;)
Warum KI-Texte oft gleich klingen
Zuerst einmal etwas zum technischen Hintergrund. Keine Sorge, ich werde hier nicht zu detailliert.
KI ist darauf trainiert, Muster in Sprache zu erkennen und diese beim Schreiben zu reproduzieren. Das bedeutet: Sie schaut sich an, wie Menschen in unzähligen Texten Formulierungen, Satzbau und Wörter miteinander kombinieren und berechnet daraus die wahrscheinlichste Fortsetzung.
Das klingt erstmal genial, hat aber eine Schattenseite: KI entscheidet sich fast immer für die sicherste Variante. Sie wählt also die Formulierungen, die am häufigsten vorkommen. Genau das führt dazu, dass Texte zwar korrekt und flüssig sind, aber auch austauschbar wirken.
Hinzu kommt, dass KI keine eigene Stimme hat, keine Erfahrungen, keine Haltung. Sie weiß nicht, wie du etwas sagen würdest, sondern greift automatisch auf Standard-Muster zurück. Deshalb erscheinen in KI-Texten so oft dieselben Bausteine. Folgende fallen mir z.B. häufig auf:
Gedankenstriche und Doppelpunkte werden inflationär genutzt.
Rhetorische Konstruktionen wie „nicht nur … sondern auch“ tauchen ständig auf.
Floskeln und Calls-to-Action („Kontaktieren Sie uns noch heute“) wirken wie aus einem Werbebaukasten.
Perfekte Satzrhythmen machen Texte lesbar, aber steril.
Falsches Tempus für echte Sprache: Statt Perfekt („wir haben umgesetzt“) schreibt die KI häufig im Präteritum („wir setzten um“).
Das Ergebnis ist ein Text, der korrekt, aber auch seelenlos klingt. Leser merken unbewusst, dass etwas fehlt.
Lass uns nun anschauen, wie wir das verhindern können:
1. Schritt: Definiere deine eigene Stimme
Der wichtigste Schritt ist, deine Sprache klar zu definieren. Die KI spuckt dir nur das aus, was du vorher definierst in deinem Prompt. Überlege dir also: Wie würdest du es jemandem persönlich erklären, wie deine Texte klingen sollen?
Ein paar Leitlinien, was ich für meine Prompts oder zur Definitions meiner KI-Agenten verwende:
Verwende Kurze Sätze und klare Aussagen. (Lieber ein Punkt zu viel als ein Bandwurmsatz.)
Verwende vermehrt Perfekt statt Präteritum (Klingt näher an der gesprochenen Sprache.)
Gib eine Liste mit Lieblingswörtern, die natürlich in den Text integriert werden sollen. (Z. B. „klar“, „strukturiert“, „sauber“ statt „maßgeschneidert“ oder „innovativ“.)
Umgangssprachliche Elemente zulassen. („Genau so“, „mal ehrlich“, „echt hilfreich“.)
Tabus festlegen. (Zum Beispiel: keine Werbefloskeln, keine Übertreibungen, keine heroischen Phrasen.)
Gib der KI also einen persönlichen Styleguide (dein Text-Fahrplan) mit. Dieser sorgt dafür, dass KI-Texte immer deinen Ton treffen.
2. Schritt: Mach deine Texte durch Details lebendig
Authentizität entsteht nicht durch große Versprechen, sondern durch kleine Details. KI kann dir eine Basis geben, aber nur du kannst das Echte hinzufügen.
Projekterfahrungen einbauen: Statt „Wir entwickeln nutzerfreundliche Websites“ besser „Beim letzten Projekt hat schon ein kleiner Button über die Conversion entschieden.“
Beobachtungen teilen: „Mir fällt oft auf, dass…“ oder „Genau an dieser Stelle stocken viele meiner Kunden.“
Eigene Begriffe prägen: Wenn du statt „Kunden“ lieber von „Partnern“ sprichst, lege fest, dass das konsequent genutzt werden soll.
Solche persönlichen Elemente wirken sofort individueller und sind SEO-freundlich, weil sie spezifisch sind und dich als echten Experten mit Erfahrung positionieren.
3. Schritt: Spiele mit Rhythmus und Struktur (auch für bessere SEO)
KI liebt Symmetrie – Menschen nicht. Deshalb solltest du den Textfluss bewusst brechen.
Abwechslung: Mal lange Absätze, mal kurze.
Einzeiler einsetzen: Für Klarheit oder um eine Pointe zu setzen.
Unvollständige Sätze oder eigenen „Slang“ zulassen: Das macht es nahbarer.
Synonyme nutzen: Variiere Begriffe, das wirkt natürlicher und stärkt die Sichtbarkeit.
Fragen beantworten: Viele Suchanfragen sind in Form von Fragen gestellt und frage dich beim durchlesen immer, ob die Frage der Überschrift auch beantwortet wird.
Auch das kannst du theoretisch alles in deinen Prompt hinzufügen, aber du wirst merken, dass es trotzdem natürlicher klingt, diese Dinge selbst zu bearbeiten.
So entsteht ein natürlicher Lesefluss, der weniger nach Maschine klingt.
5. Schritt: Benutze deine KI als Assistent NICHT als Texter
Der größte Fehler ist, KI-Outputs 1:1 zu übernehmen. Sie sind eine Rohfassung, kein fertiges Endprodukt. Benutze KI also smart…und da gehört einfach trotzdem ein bisschen Arbeit dazu. Also streng dich ein bisschen an;)
So holst du das Beste raus:
- Briefing klar formulieren: Je mehr Kontext du gibst (Zielgruppe, Tonalität, Tabu-Wörter, Länge des Inhalts etc.), desto besser der erste Entwurf.
- KI für Struktur nutzen: Gliederungen, Ideen, Bulletpoints.
- ODER
- KI zum „ausformulieren“ nutzen: Schreibe nicht einfach „Erstelle mir einen Blogartikel über xy“, sondern DU bist im besten Fall der Experte über das Thema über das du schreibst. Prompte direkt Ideen, Inhalte etc. und nutze die KI, um deine Gedanken auszuformulieren.
- Selbst nacharbeiten: Wörter austauschen, Beispiele hinzufügen, CTA umformulieren.
- Vorlesen-Test: Klingt der Text so, wie du sprechen würdest?
KI nimmt dir Arbeit ab, aber deine Authentizität kommt immer von dir.
6. Schritt: Mit Custom GPTs für jede Aufgabe arbeiten
Ich selbst benutze obige Schritte, um meine Texte mit der Hilfe von KI auszuformulieren oder zu verbessern. Dabei erstelle ich mir immer individuelle Assistenten (bei Chat GPT z.B. Custom GPTs) für einzelne Aufgaben. Also ein eigener Assistent für LinkedIN Beiträge, einer für SEO Blogposts, einer für Videoskripts usw. Dort lade ich dann als Guideline meinen Styleguide hoch, damit dieser bei jeder neuen Aufgabe direkt konfiguriert ist und genau auf die Aufgabe angepasst ist.
Wenn du merkst, dass du für verschiedene Bereiche unterschiedliche Anforderungen hast – z. B. Blogartikel, LinkedIn-Posts oder Website-Texte – lohnt es sich, mit Custom GPTs zu arbeiten. Dabei legst du dir für jede Aufgabe einen eigenen Assistenten an, der genau auf deinen Stil trainiert ist.
So kannst du vorgehen:
Styleguide hinterlegen: Lade deine Regeln hoch oder schreibe sie in die Anweisungen („Schreibe kurze Sätze, nutze Perfekt statt Präteritum, keine Floskeln …“).
Aufgaben spezifizieren: Definiere, was dieser Assistent tun soll – z. B. nur Blogartikel strukturieren oder nur Social-Media-Posts formulieren.
Beispiele einfügen: Gib ein, zwei Texte von dir als Muster. So lernt das Modell, wie du wirklich klingst.
Testlauf starten: Lass den Custom GPT erste Entwürfe machen und passe die Anweisungen an, bis es passt.
Der Vorteil: Statt jedes Mal von Null anzufangen, hast du spezialisierte Assistenten, die schon wissen, wie sie für dich schreiben sollen. Für dich bedeutet das konsistente Qualität und weniger Nacharbeit.